Kolloquia

Zur Unterstützung der Vorlaufforschung wurde ein VCRIC Kolloquium am Fraunhofer IGD etabliert, zu dem jeweils auch Fakultäten der Universität Rostock (insbesondere IEF und MSF) und auch Unternehmen eingeladen wurden. 2014 fanden vier Veranstaltungen statt. Für 2015 ist neben den Kolloquia zusätzlich eine Summer School geplant.


Bildbasierte Vermessung von Gasblasen im Wasser
Prof. Dr. Reinhard Koch, Christian-Albrechts-Universität Kiel, 02/2014

Nach einer kurzen Übersicht über die Arbeiten der Arbeitsgruppe MIP und ihre Anwendungen in 3D Computer Vision wird speziell auf die quantitative Erfassung von Gasblasen in der Wassersäule eingegangen. Der Austritt von Methan oder CO2 aus Rissen im Meeresboden ist klimarelevant und die Quantifizierung des Gasvolumens wird in zahlreichen Forschungsprojekten benötigt. Es wird ein Ansatz vorgestellt, mit dem Gasblasen detektiert, verfolgt und vermessen werden können.

Reinhard Koch hat sein Diplom und den Doktorgrad (Dr.-Ing., 1996) in Elektrotechnik an der Universität Hannover erworben. Von 1996 - 1999 leitete er die 3D Modellierungs-Gruppe an der KU Leuven, Belgien, in der Vision Abteilung von Prof. Luc van Gool. Seit 1999 ist er Professor und Leiter der Arbeitsgruppe Multimedia Information Processing am Fachbereich Informatik an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel.

Die Forschungs-Interessen von Reinhard Koch sind 3D Modellierung aus Videos, Bildern und Tiefensensor-Daten, schnelle Kamera Kalibrierungs- und Tracking Algorithmen, depth-based 3D-TV und der Zusammenfluss von Computergrafik und Computer Vision im Bereich Mixed und Augmented Reality. Er unterrichtet Kurse in Computer Vision, Computergrafik, Multimedia Technologie und bildbasierter 3D Rekonstruktion. Er ist Autor oder Co-Autor von über 150 peer-reviewed Konferenz-Artikeln, Journal-Artikeln, sowie Buchkapiteln und ist Mitherausgeber für das Springer Journal on Realtime Image Processing und das Elsevier Journal on Visual Communication and Image Representation. Er ist Mitglied in den Programm-Komitees aller bedeutenden internationalen Konferenzen in Computer Vision und aktueller Co-Organisator der German Conference on Pattern Recognition, GCPR 2014.


Underwater 3D Reconstruction Based on Physical Models for Refraction and Underwater Light Propagation
Dr. Anne Jordt, Christian-Albrechts-Universität Kiel, 02/2014

In der Arbeit wird gezeigt, welche physikalischen Effekte die Abbildungsgeometrie und die Radiometrie einer Unterwasserkamera beeinflussen, wie die Lichtbrechung an den Schnittstellen Luft/Glas/Wasser eines Gehäuses berücksichtigt werden muss, um quantitative Messungen im Wasser durchführen zu können, und wie mit dem entwickelten refraktiven Kameramodell eine 3D-Rekonstruktion aus Unterwasser-Bildfolgen ermöglicht wird.

Anne Jordt studierte Informatik in Kiel und wurde 2013 zum obigen Thema der Unterwasser-Rekonstruktion promoviert. Ihre Interessen sind 3D-Rekonstruktion, Structure-from-Motion und Unterwasser-Bildverarbeitung. Sie ist Autorin und Co-Autorin von 11 Beiträgen zum Thema, unter anderem auf der ECCV 2012 und der ICCV 2013, und erhielt 2013 für Ihren Beitrag "Refractive plane sweep for underwater images" einen Preis auf der GCPR 2013.


Psychophysiologische Ansätze zur Untersuchung der altersgerechten Arbeitsgestaltung
Dr. Sergei A. Schapkin, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Berlin, 09/2014

Im Zuge zunehmender Komplexität der Arbeitsaufgaben, höher werdender Anforderungen an Qualifikation, Lernfähigkeit und Flexibilität von Arbeitnehmern werden kognitive Fähigkeiten zunehmend gefordert. Insbesondere für ältere Arbeitnehmer kann es zu einer Überforderung mit Konsequenzen für Arbeitsqualität, Gesundheit und Wohlbefinden führen, wenn die Arbeitsanforderungen die kognitiven Fähigkeiten übersteigen.

Befunde der modernen Altersforschung zeigen, dass es eine generelle kognitive Alterung nicht gibt. Für die altersgerechte Gestaltung der Arbeit sind insbesondere alterssensible Funktionen zu berücksichtigen, die sich mit dem Alter verschlechtern können. Verminderungen kognitiver Leistungsfähigkeit sind insbesondere bei Arbeitstätigkeiten zu berücksichtigen, die hohe Anforderungen an die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung, an das Arbeitsgedächtnis oder an sog. exekutive Kontrollfunktionen stellen. Diese Funktionen werden mit modernen psychophysiologischen Methoden (Elektroenzephalogramm, ereigniskorrelierte Hirnpotentiale, kardiovaskuläre Parameter) untersucht.

Im Vortrag werden die Ergebnisse aus unterschiedlichen Studien (u.a. in der Opel AG, Bochum) vorgestellt, die sowohl auf Defizite als auch Kompensationsmöglichkeiten bei älteren Erwerbstätigen hindeuten. Im Laufe dieser Studien wurden zuverlässige psychophysiologischen Indikatoren gefunden, die der hohen und niedrigen Leistungsfähigkeit zugrunde liegen. Diese können für die Entwicklung moderner Online-Überwachungssystemen genutzt werden, die es ermöglichen, die Leistungsfähigkeit von (insbesondere älteren) Erwerbstätigen aufrecht zu erhalten.


Multisensing and Haptics Research for Cognitive and Motor Rehabilitation
Prof. Dr. Fillia Makedon, University of Texas, Arlington, 11/2014

Chronic conditions such as, osteoporosis, rheumatoid, fibromyalgia, low back pain, post stroke recovery, traumatic brain injury, and certain types of cancer, often require compliance to regular and continuous physical exercise in order to prevent further deterioration and loss of life quality and productivity. The exercise regimen that is needed can vary widely from case to case, depending on the subject’s physical and/or psychological condition, age, medication, safety concerns, and other factors, including available support for remote monitoring of exercise. We present ongoing work involving virtual reality and other systems to highlight the challenges and potential of using sensing technologies and haptics to monitor, motivate, personalize and drive safe exercising. We describe a real-time, evidence-based computer-aided rehabilitation approach with built-in incentives, that collects and analyzes data while the person exercises or is engaged in a problem solving activity. The benefit of computer aided rehabilitation is the ability to dynamically adjust to the subject based on the data collected and analyzed. As the system tracks the variability in exercise performance, barriers (e.g., pain) to exercise compliance and safety are detected and recommendations for suitable treatment are generated. Applications range from preventive healthcare and telerehabilitation, to safety and training in the workplace.